Top 3 der Krebsrisikofaktoren: Rauchen, Übergewicht & Ernährung

Risikofaktoren KrebsKrebs lässt sich am besten durch gesunde Lebensgewohnheiten vorbeugen

Viele halten nach wie vor Umweltverschmutzung sowie synthetische Stoffe in Lebensmitteln und Kosmetika für die Hauptauslöser von Krebs. Doch verschiedene Forschergruppen bestätigen, dass andere Lifestyle-Faktoren eine viel größere Rolle in der Krebsprävention spielen.

Ein hohes Alter, ungünstige Gen-Varianten und eine Portion Zufall tragen sicherlich ihren Teil zu vielen Krebserkrankungen bei. Doch darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe beeinflussbarer Faktoren, die das Krebsrisiko erhöhen können und an denen wir aktiv etwas ändern können. Mehrere Forschergruppen stellten sich bereits die Frage, welche der beeinflussbaren Risikofaktoren den stärksten Einfluss auf die Krebsentstehung haben. Natürlich haben einzelne Risikofaktoren je nach betrachtetem Land unterschiedliche Gewichtungen. Doch das unrühmliche „Siegertreppchen“ teilen sich bei nahezu allen Studien die Faktoren Rauchen, Ernährung und Übergewicht.

Eine Studie, in der der Einfluss alle Lebensstil- und Umweltfaktoren auf die häufigsten Krebsformen zusammengefasst analysiert werden, gibt es leider für Deutschland noch nicht. Es kann aber angenommen werden, dass die Hauptrisikofaktoren die gleichen sind, wie in den drei Industrieländern, für die eine solche umfassende Analyse vorliegt.

Kanada: Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht ganz vorn

Kanadische Forscher stellten erst kürzlich ein Ranking der einflussreichsten Risikofaktoren in ihrem Land auf. Ihren Analysen zufolge lassen sich die meisten Krebserkrankungen mit Rauchen, Bewegungsmangel und starkem Übergewicht in Zusammenhang bringen. Aber auch konkrete Ernährungsfaktoren spielen laut ihren Ergebnissen eine Rolle: ein geringer Verzehr von Obst- und Gemüse bzw. eine ballaststoffarme Ernährung; ein schlechter Vitamin D & Kalzium-Status sowie eine zu häufiger Konsum von Alkohol und rotem, verarbeiteten Fleisch wie etwa Wurst oder Schinken.

Die kanadische Top 10 der einflussreichsten Risikofaktoren1

    1. Rauchen
    2. Bewegungsmangel
    3. übermäßiges Körperfett (Übergewicht)
    4. berufliche Exposition zu krebserregenden Stoffen
    5. Radon (regionale Strahlung)
    6. Humaner Papillomavirus (HPV)-Infektionen
    7. zu geringer Obst- und Gemüsekonsum
    8. übermäßiger Alkoholkonsum
    9. Hormonersatztherapie
    10. Ungenügende Vitamin D-Zufuhr

Großbritannien: Das Hauptrisiko geht von Rauchen, Übergewicht und der Ernährung aus

Zu einem ähnlichen Bild kamen bereits 2011 britische Wissenschaftler in einer Analyse für Großbritannien. Hier verteilten sich die ersten Plätze auf Rauchen, Übergewicht sowie einen ungenügenden Obst- und Gemüsekonsum. , Alkohol, Berufliche Exposition, UV-Strahlung und Infektionen

Die britische Top 10 der einflussreichsten Risikofaktoren2

  1. Rauchen
  2. Übergewicht und Adipositas
  3. zu geringer Obst- und Gemüsekonsum
  4. übermäßiger Alkoholkonsum
  5. berufliche Exposition zu krebserregenden Stoffen
  6. UV-Strahlung
  7. Infektionen
  8. Fleisch
  9. ionisierende Strahlung
  10. ballaststoffarme Ernährung

Australien: Rauchen und Ernährung auch hier auf den vorderen Plätzen

Auch in Australien zählen Rauchen, schlechte Ernährung und deren Folgen ganz oben in der Liste der einflussreichsten, beeinflussbaren Risikofaktoren.

Die australische Top 10 der einflussreichsten Risikofaktoren3

  1. Rauchen
  2. UV-Strahlung
  3. schlechte Ernährungsgewohnheiten (zu wenig Gemüse, Obst, Ballaststoffe, zu viel rotes/ verarbeitetes Fleisch)
  4. Übergewicht und Adipositas
  5. Infektionen
  6. übermäßiger Alkoholkonsum
  7. Bewegungsmangel
  8. Hormontherapie (gegen Wechseljahresbeschwerden)
  9. Unzureichende Stillzeit
  10. Kontrazeptiva (Pille)

Beeinflussbare Risikofaktoren lassen sich ändern

Gegen das Altern und eine genetische Vorbelastung kann niemand etwas tun. Doch jeder kann aktiv zu einem geringeren Krebsrisiko beitragen, denn die einflussreichsten Risikofaktoren Rauchen, Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel liegen in der eigenen Verantwortung. Das Gute daran: eine gemüse- und obstbasierte, ballaststoffreiche Ernährung mit wenig insbesondere verarbeiteten Fleischprodukten und ein maßvoller Alkoholgenuss sind gepaart mit mehr Bewegung auch oft der Schlüssel zu weniger Übergewicht. Gleichzeitig kommt eine Veränderung dieser Lebensstilfaktoren nicht nur der Krebsprävention zugute, sondern begrenzt auch das Risiko für viele andere Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Gicht, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck.


Quellen

  1. Grundy A et al. (2017): Cancer incidence attributable to lifestyle and environmental factors in Alberta in 2012: summary of results. CMAJO; 5( 3): E540-E545 [Link zum Artikel].
  2. Parkin DM, Boyd L, Walker LC (2011): 16. The fraction of cancer attributable to lifestyle and environmental factors in the UK in 2010. Br J Cancer; 105 Suppl 2: S77-81 [Link zum Artikel].
  3. Whiteman DC et al (2015): Cancers in Australia in 2010 attributable to modifiable factors: summary and conclusions. Aust N Z J Public Health; 39(5): 477-84 [Link zum Artikel].