Risikofaktor Übergewicht

BauchumfangHöheres Krebsrisiko und schlechtere Prognose durch Extra-Pfunde

Überflüssige Pfunde besonders am Bauch sind nach dem Rauchen der stärkste beeinflussbare Risikofaktor für Krebs. Aber auch der Therapieerfolg kann unter dem Übergewicht leiden, da Fettzellen offenbar manche Chemomedikamente neutralisieren.

Fast die Hälfte aller Krebsfälle lassen sich auf beeinflussbare Risikofaktoren zurückführen und hätten damit möglicherweise vermieden werden können – das ist das Ergebnis einer neuen Berechnung der amerikanischen Krebsgesellschaft. Auch wenn Rauchen unbestritten den unrühmlichen Spitzenplatz der beeinflussbaren Krebsauslöser einnimmt, ist Übergewicht nach Meinung der Experten mittlerweile der zweitstärkste Risikofaktor für die Entstehung von Krebs, den wir selbst in der Hand haben. Knapp jeder 13. Krebsfall soll ihren Berechnungen zufolge durch die körperlichen Auswirkungen der vermehrten Fettansammlung verursacht sein. Angesichts des zunehmenden Übergewichtsproblems dürfte sich dieser Trend noch fortsetzen. Auch Alkohol (Platz 3), Bewegungsmangel (Platz 5) und eine schlechte Ernährung (Platz 6) zählen zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren. Problematischerweise treten diese meist zusammen auf. Besonders für Frauen stellt die Kombination Übergewicht, Inaktivität, erhöhter Alkoholkonsum und gemüse-/obst-arme Ernährung das deutlichste beeinflussbare Risiko dar1.

Schlechterer Therapieerfolg bei Übergewicht: Fettzellen neutralisieren offenbar Chemomedikamente

Doch Übergewicht erhöht nicht nur die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken, es verschlechtert auch die Therapie-Prognose. Besonders bei stark übergewichtigen Patienten mit Brust-, Darm-, Eierstock- und Prostatakrebs gestaltet sich die Therapie oft schwierig. Einen plausiblen Erklärungsansatz für dieses Phänomen fanden Wissenschaftler kürzlich bei Daunorubicin, einem Chemomedikament, das u. a. zur Behandlung von Leukämie eingesetzt wird. Wie sie feststellten, wird dieses auch in den Fettzellen abgebaut. Durch den erhöhten Anteil an Fettzellen bei starkem Übergewicht wird dabei offenbar so viel des Medikaments abgebaut, dass die Dosis nicht mehr zur effektiven Bekämpfung der Krebszellen ausreicht 2.

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Problematisch dürfte dabei in erster Linie das Fett um die inneren Organe (viszerales Fett) sein, das besonders stoffwechselaktiv ist und für zahlreiche Wohlstandskrankheiten wie Diabetes, Gicht oder Bluthochdruck mitverantwortlich ist. Dieses zeigt sich besonders durch einen ausgeprägten Bauchansatz (typischer „Bierbauch“), kann aber auch bei augenscheinlich schlanken Menschen im Bauchraum schlummern, wenn diese einen allzu ungesunden, bewegungsarmen und zuckerreichen Lebensstil pflegen. Viszerales Fett wird besonders durch eine kohlenhydrat- bzw. zuckerreiche Ernährung und einen kontinuierlich erhöhten Blutzucker- und Insulinspiegel gefördert.
Auch in diesem Zusammenhang ist es sinnvoll auf Zucker, Stärke und Weißmehlprodukte zu verzichten und seinen Ernährungs-Fokus lieber auf ballaststoffreiche, kohlenhydratarme Lebensmittel wie Gemüse, Nüsse und Samen, daraus hergestellte Mehle und einzelne Portionen Beerenobst zu legen.


Quellen

  1. American Cancer Society – Pressemeldung vom 21.11.17
    [Link zum Pressetext].
  2. Sheng, X. et al. (2017): Adipocytes Sequester and Metabolize the Chemotherapeutic Daunorubicin. Molecular Cancer Research
    [Link zum Artikel].